Was war denn nun los in der Kammer?

Viele werden sich vielleicht gefragt haben, warum wir so wenig über die Ausgrabungen im Grabkammerbereich geschrieben haben. Nun ja – es wurde etwas stressig. Wir sind Schicht für Schicht 0,9 m tief gekommen – dann wurde es nass. In der Kammer war es eng und wir mussten eine Grundwasserabsenkung einbauen, um trocken bis auf den anstehenden, eiszeitlichen Boden zu gelangen. Was dann auch klappte. Spaß hatten wir aber trotzdem, denn wir konnten einen schönes Plattenpflaster freilegen, welches den Kammerboden bildete. Darüber war eine bis zu 5 cm mächtige Schicht aus Kieselsteinen geschüttet worden, auf der wir zwei Gefäßreste und drei Bernsteinperlen finden konnten! Gefäß 1 ist eine Trichterbecher (leider ohne erhaltenen Trichterrand) mit schöner Bauchfransenverzierung, Gefäß 2 eine Schale. Die Funde befinden sich z.Z. noch in der Restaurierung. Die Scherben gilt es zu reinigen und zu kleben, der Bernstein muss konserviert werden, da er an der reinen Luft sehr schnell zerfallen würde. Sobald die Vorgänge angeschlossen sind, können wir ein schönes Foto vom Fundensemble präsentieren.

Die Kammer selbst wurde nach der Deponierung der Gefäße mit etwas Sand aufgeschüttet (ca. 20-30 cm), danach erfolgte vermutlich keine weitere Nutzung in diesem Bereich. Oberhalb des Sandes fanden wir Hinweise darauf, dass Wasser in der Kammer gestanden haben muss. Wurzeln von um die Kammer stehenden Bäumen haben sich vorzüglich erhalten. Erst mit der Verklappung der Decksteine in diesem Bereich gelangte eine Mischung aus Torf und Sand hierein, womit die Kammer vollständigen zugeschüttet wurde.

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