Puzzelarbeit bei den Archäologen

Die Keramikscherben werden nach dem Waschen beschriftet und anschließend nach Passstücken gesucht.

In der Zeit nach der Ausgrabung gilt es u.a. das Fundmaterial zu sichten. Hierzu werden die Fundstücke gewaschen und beschriftet. Die Bernsteinperlen müssen zudem konserviert werden. Das besonsdere bei Keramikscherben ist, dass fleißges puzzeln sich hier lohnen kann. Aus dem Ganggrab haben wir einerseits mehrere einzelne kleine Scherben finden können, die z.B. zu der Schale passen (im Hintergrund). Richtige Frikelarbeit leisten wir aber bei den Funden aus dem Eingangsbereich. Durch das mehrfache Betreten des Grabes und Rausräumen der Kammerbeigaben, sind mehrere Gefäße stark zertreten worden. Uns interessiert, wieviel Gefäße es sind und welche Form und Verzierungen sie haben. So können wir abschätzen, ob sie aus einer Nutzungsphase des Grabes stammen. Oder variieren die Verzierungen und Gefäßformen so sehr, dass hier eine zeitliche Tiefe erkennbar ist? Auf diese Weise können wir u.a. Rückschlüsse über die Nutzungsdauer des Ganggrabes von Ahlen-Falkenberg ziehen.

Beispiele für bereits geklebte Gefäßteile.

Zusätzlich ist es möglich, die ermittelten Gefäßtypen mit bekannten Gefäßen aus anderen Großsteingräbern im Elbe-Weser-Dreieck zu vergleichen und zu schauen, ob diese sich ähneln. So können möglichweise regionale und überregionale Stile herausgestellt werden, die auf kleinere Gemeinschaften und großräumige Vernetzungen schließen lassen.

Geomagnetische Messungen

Mit unserem Geomagnetikgerät können wir das Erdmagnetfeld messen. Dadurch lassen sich viele Objekte erkennen, die archäologischen Ursprungs sein können. Das liegt an der Eigenschaft verschiedener Materialen, die sich u.a. in archäologischen Strukturen befinden, das Magnetfeld zu beeinflussen. Mit unserem Gradiometer können wir auch kleinste Veränderungen feststellen. Eine naheliegende Ursache für Störungen ist natürlich Eisen; daher wird auch moderner Schrott, wie ein verlorener Bolzen vom Traktor sichtbar. Aber auch andere Sachen lassen sich erkennen. Zum einen solche die irgendwann mal großer Hitze ausgesetzt waren wie Steine, Feuerstellen oder gebrannter Ton. Oder zum anderen Gruben in denen verschiedene Bodenschichten vermischt wurden.

Auf dem Bild lässt sich ein Großsteingrab im Geomagnetikbild erkennen. Die darin verarbeiteten Steine sind vulkanischen Ursprungs und beeinflussen das Erdmagnetfeld. Dies zeigt sich an den schwarz-weißen Flecken.

Detailliertere Erklärungen finden Sie z.B. hier oder hier