Frisch gedruckt – Frohe Weihnachten

Pünktlich zum Jahresende ist unser erster umfangreicher Artikel im Projekt publiziert worden (siehe Publikationsliste rechts). In der aktuellen SKN haben wir sämtliche Großsteingräber des Elbe-Weser-Dreiecks zusammengetragen, als Katalog zusammengestellt und die Architektur der Gräber verglichen. Dabei zeigen sich erste regionale Unterschiede. In Laufe des Projektes solle diese durch die Aufnahme und Auswertung der Grabbeigaben weiter beleuchtet werden.

Eine aktuelle Übersicht zum Forschungsstand der Trichterbecherkultur im Elbe-Weser-Dreieck wurde zudem gerade im 100. Jahrbuch der Männer vom Morgenstern gedruckt.

Damit endet unser erstes Projektjahr, auf das wir mit diesen Publikationen, einer erfolgreichen Grabung und dem Beginn der Keramikaufnahme zufrieden blicken. Wir freuen uns auf 2026, das mit weiteren Grabungen, einer Forschungswerkstatt, spannenden Tagungen, jeder Menge Fundmaterial und weiteren restaurierten Objekten vieles in petto haben wird. All das wäre natürlich nicht möglich ohne die Unterstützung der KollegInnen, Museen und Kreisarchäologen, den immer offenen und freundlichen Landwirten und HelferInnen in Ahlen-Falkenberg und Flögeln, sowie den Studierenden und freiwilligen HelferInnen. Auch das THW hat uns dieses Jahr kräftig unter die Arme gegriffen, ebenso wir unsere Institutsleitung. Allen möchten wir herzlich Danken und wir wünschen unseren LeserInnen und FreundInnen sowie KollegInnen frohe Weihnachten und alles Gute für das Jahr 2026!

Trichterbecher in allen Größen

Bei der diesjährigen Sommerkampagne konnten wir mehrere Gefäße außerhalb der Grabkammer bergen, die hier vermutlich im Zuge der Errichtung niedergelegt wurden. Eines dieser Keramikgefäße ist nun in unserer institutseigenen Restaurierungswerkstatt, die von Christina Peek geleitet wird, wiederhergestellt worden – was gar nicht so einfach war. Die Keramik war sehr weich und musste teilweise erst gehärtet werden. Dazu wurde der Gipsblock geöffnet und die Keramik Schicht für Schicht freigelegt. Jede Lage wurde dokumentiert und die einzelnen Schritte beschrieben. Im Ergebnis ließ sich ein halber Trichterbecher restaurieren, der namensgebende Gefäßtyp der Trichterbecherkultur. Der Bauch-Halsumbruch ist mit einer Eindruckreihe versehen, auf dem Bauch sind senkrecht verlaufende, gebündelte Linien aufgebracht worden – sogenannte Bauchfransen.

Es entspricht einem klassischen Verzierungsmuster, welches in der Trichterbecherkultur weit verbreitet war. Ungewöhnlich hingegen ist die Größe des Gefäßes. Mit einem Mündungsdurchmesser von 25-26 cm weicht es von den sonst deutlich kleineren Bechern ab. Aus dem unmittelbaren Umfeld lassen sich hierzu keine Vergleiche finden. Parallelen liegen jedoch im niederländischen und dänischen Raum vor.

Datenaufnahme und Vorträge

Nach einer kurzen Erholungspause sind wir in den Herbst mit der Fortsetzung der Datenaufnahme gestartet. In den kommenden Wochen werden wir in den Archiven des Elbe-Weser-Dreiecks unterwegs sein, um Fundmaterial aus Großsteingräbern zu sichten, aufzunehmen und zu dokumentieren. Die Fundaufnahme aus der Burg Bederkesa ist bereits abgeschlossen. Nun folgen Stade und Cuxhaven.

Blick in die Fundaufnahme: Sortieren, zählen, wiegen, vermessen und beschreiben. Diagnostische Funde werden anschließend zudem fotografiert und ggf. gezeichnet.

Parallel finden in den kommenden Monaten mehrere öffentliche Vorträge zum Projekt statt:

14.01.2026 am Institut für Prähistorische Archäologie der FU Berlin

29.01.2026 am Heinrich Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften in Rostock

Wir freuen uns über interessierte Zuhörer.

Infoveranstaltung im MoorIZ am 25.09.2025

Nach der Grabung ist vor der Grabung – morgen findet im gewohnten Rahmen die erste Infoveranstaltung nach unserer Sommerkampagne statt. In den wenigen Wochen hat sich bereits einiges getan, so konnte beispielsweise die erste Gefäßdeponierung restauriert werden und entpuppte sich als großer Trichterbecher. Auch die regelmäßige Anordnung der unterhalb der Steinpackung gefundenen Gefäße konnte nun bei einer ersten Auswertung bestätigt werden. Allerdings scheint es sich dabei nicht um ganze Gefäße gehandelt zu haben, sondern nur um Teile. Steckt hier Absicht oder Zufall dahinter?

Auch die Menge der Funde aus dem Kammerbereich deutet darauf hin, dass vor allem die keramischen Beigaben bereits ausgeräumt waren. Wir hoffen, dass wir diese im kommenden Jahr im Eingangsbereich finden werden, um ein möglichst umfangreiches Keramikmaterial vorliegen zu haben. Dieses ist für Vergleiche mit anderen Gebieten im Elbe-Weser-Dreieck wichtig.

Diese und weitere Überlegungen und Einblicke zur vergangenen Grabung, weitere Arbeitsschritte und Planungen werden morgen dargelegt und besprochen. Wir freuen uns über viele Interessierte. Die Veranstaltung findet wie immer im MoorIZ, Ahlen-Falkenberg statt, Einlass ist ab 17.30 Uhr, der Vortrag beginnt um 18:00 Uhr.

Vortrag: Jagen war gestern, ab morgen wird geackert!

Dr. Moritz Mennenga berichtetet bei „Hirn vom Hahn“, dem Science-Pub in Oldenburg über die Steinzeit in Nordwestdeutschland und die Projekte „Relikte im Moor“ und „Zwischen den Flüssen“

18.09.2025 20:45 – Artischocke Weinbar: Mottenstraße 19a, 26122 Oldenburg

Vor etwa 5500 Jahren war auch die südliche Nordseeküste an der Reihe. Die Menschen, die hier bisher auf der Suche nach Jagdwild und Pflanzen durch die Wälder streiften, schlossen sich der größten Revolution der Menschheitsgeschichte an – der neolithischen Revolution. In einer Zeit steigenden Meeresspiegels und klimatischer Veränderungen wurde die Grundlage für die moderne Lebensweise gelegt. Wie lebten die Menschen damals eigentlich und was machen ArchäologInnen, um diesen Geheimnissen auf die Spur zu kommen? Und vor allem, wie und wann ist das Getreide bei uns ins Bierglas gekommen?

weitere Infos auf https://hirnvomhahn.de/

Wieder verschlossen – bis zum nächsten Jahr

Letzte Woche konnten wir unsere Ausgrabungen am Großsteingrab vom Wanna beenden. Nachdem alle Befunde und Profile dokumentiert, die letzten Fotoaufnahmen getätigt und Vermessungen abgeschlossen waren, hieß es den Fundplatz aufzuräumen und den Schnitt zu verschließen. Dazu wurden die Grabkammer und die Grenzen der ausgegrabenen Bereiche mit einem Geotextil abgedeckt, die Kammer verfüllt und anschließend die Decksteine wieder aufgesetzt. Von hieran übernahm der Bagger und verfüllte alles mit dem verbliebenen Aushub.

Die Ergebnisse der diesjährigen Grabungen haben uns überrascht und gefreut. Wir konnten viele spannende neue Einblicke in die Architektur dieses sehr gut erhaltenen Großsteingrabes gewinnen, haben ein vielfältiges Fundmaterial bergen können und umfassende eDNA-Proben nehmen können. Im kommenden Jahr werden die Arbeiten fortgesetzt – diesmal mit Fokus auf den Eingangsbereich. Hierbei erhoffen wir uns Antworten über Nutzungszeiträume und Deponierungsbereiche zu finden.

Wir danken allen Helfern und Unterstützern der diesjährigen Kampagne, insbesondere den Studierenden der Universitäten Deventer, Groningen und Leiden, NL sowie der Hochschule Oldenburg, unseren Ehrenamtlichen, den KollegInnen vom NIhK sowie den Landwirten, ohne denen diese Arbeiten nicht möglich gewesen wären!

Letzte Führung in dieser Saison – Erste Infoveranstaltung im MoorIZ

Morgen startet unsere letzte Grabungswoche, danach ist unsere achtwöchige Kampagne zu Ende. In den letzten Tagen werden wir im Umfeld die letzten Befunde und Profile dokumentieren. In der Grabkammer haben wir das Bodenpflaster freiegelegt – jetzt heißt es dokumentieren und beproben. Ab dem Donnerstag werden wir zusammenpacken und das Grab wieder abdecken. Am Mittwoch, den 27.8. findet entsprechend die letzte Führung statt und damit vorerst die letzte Gelegenheit, das freigelegte Großsteingrab zu besichtigen. Wir freuen uns über viele Interessierte. Die Führung erfolgt im gewohnten Rahmen.

Bis zum Schluss laufen die Grabungen in der Grabkammer sowie im Umfeld.

Eine Zusammenstellung des Grabungsverlaufes, Highlights und Überraschungen, Funde und erste Analyserergebnisse werden anschließend als Infoveranstaltung im MoorIZ präsentiert. Der erste Termin dazu findet am 25.09.2025 um 18:00 statt, Einlass ab 17:30 Uhr. Die Veranstaltung ist wie immer kostenfrei.

Blockbergung und noch mehr Gefäße im Kammerumfeld

Unsere Ausgrabung neigt sich langsam dem Ende entgegen, wir sind in der vorletzten Woche angekommen. Deshalb sind wir nun damit beschäftigt die ersten Profile zu dokumentieren. Dafür wurde ein Profilsteg abgetragen, in dem wir – im wahrsten Sinne des Wortes – eine sehr schöne Überraschung fanden: ein weiteres platziertes Gefäß unterhalb der äußeren Steinpackung. Bei dem reich verzierten Gefäß handelt es sich um eine Trichterrandschale. Damit sind es insgesamt nun drei Gefäße, die wir aus diesem Bereich bergen konnten. Eines davon wurde bereits letzte Woche im Block durch unsere Abteilungsleiterin für Restaurierung Christina Peek und ihre Assistentin geborgen. Hierzu wurde das Gefäße mit Frischhaltefolie und anschließend Gipsbinden zur Stabilität eingefasst. Danach konnte es im Ganzen geborgen werden. Nun wird es bereits im Labor am NIhK freigelegt.

Safty first – die Grabkammer wird abgestützt – Dank dem THW

Seit die Decksteine abgehoben wurden, waren wir damit beschäftigt die obersten Verfüllschichten abzugraben. Zunächst konnten gut 40 cm Moorschicht ausgehoben werden, darunter folgten überwiegend Steine, Sand sowie Schotter, die einst zur Abdichtung dienten und von der umgebenden Steinpackung stammten, und gut weitere 30-40 cm cm die Kammer ausfüllten. Wir nehmen an, dass das Material beim Anlegen des Drainagegrabens vor gut 100 Jahren in die Grabkammer gefallen ist. Nun haben wir bereits eine Tiefe von fast 1 m erreicht. Um die Sicherheit beim weiteren Abgraben zu gewährleisten, haben wir auf Basis eines statischen Gutachtens die Kammer abstützen lassen. Hierbei hat uns das THW Bremerhaven fachmännisch unterstützt und baute eine Holzkonstruktion ein. Diese ist so konstruiert, dass wir noch genug Raum zum Arbeiten haben. Wir danken dem Team von Christoph Basch herzlichst für das fantastische Engagement! Nun können wir den Kammerboden in den kommenden Tage in Angriff nehmen.