Infoveranstaltung im MoorIZ – 5. und 6.11.2019

Ausgrabungen am Ganggrab im Ahlen-Falkenberger Moor.

Nun ist es endlich soweit – Anfang November möchten wir gern unsere bisherigen Arbeiten und Ergbenisse rund um das Projekt vorstellen. Im Fokus stehen dabei die diesjährigen Ausgrabungen und unsere vorläufigen Ergebnisse zur steinzeitlichen Landschaft. Dazu bringen wir einige Funde aus der Grabkammer mit. Wir freuen uns, dass wir die Veranstaltung wieder im MoorIZ durchführen können und zwar am 5.11. und 6.11.2019 um jeweils 19 Uhr. Jeder Interessierte ist willkommen.

Was war denn nun los in der Kammer?

Viele werden sich vielleicht gefragt haben, warum wir so wenig über die Ausgrabungen im Grabkammerbereich geschrieben haben. Nun ja – es wurde etwas stressig. Wir sind Schicht für Schicht 0,9 m tief gekommen – dann wurde es nass. In der Kammer war es eng und wir mussten eine Grundwasserabsenkung einbauen, um trocken bis auf den anstehenden, eiszeitlichen Boden zu gelangen. Was dann auch klappte. Spaß hatten wir aber trotzdem, denn wir konnten einen schönes Plattenpflaster freilegen, welches den Kammerboden bildete. Darüber war eine bis zu 5 cm mächtige Schicht aus Kieselsteinen geschüttet worden, auf der wir zwei Gefäßreste und drei Bernsteinperlen finden konnten! Gefäß 1 ist eine Trichterbecher (leider ohne erhaltenen Trichterrand) mit schöner Bauchfransenverzierung, Gefäß 2 eine Schale. Die Funde befinden sich z.Z. noch in der Restaurierung. Die Scherben gilt es zu reinigen und zu kleben, der Bernstein muss konserviert werden, da er an der reinen Luft sehr schnell zerfallen würde. Sobald die Vorgänge angeschlossen sind, können wir ein schönes Foto vom Fundensemble präsentieren.

Die Kammer selbst wurde nach der Deponierung der Gefäße mit etwas Sand aufgeschüttet (ca. 20-30 cm), danach erfolgte vermutlich keine weitere Nutzung in diesem Bereich. Oberhalb des Sandes fanden wir Hinweise darauf, dass Wasser in der Kammer gestanden haben muss. Wurzeln von um die Kammer stehenden Bäumen haben sich vorzüglich erhalten. Erst mit der Verklappung der Decksteine in diesem Bereich gelangte eine Mischung aus Torf und Sand hierein, womit die Kammer vollständigen zugeschüttet wurde.

Die Auswertung beginnt

Die schönste Zeit des Jahres ist vorbei, zumindest für die Archäologen, Geologen und Botaniker, die gerne draußen unterwegs sind. Die Ausgrabung ist abgeschlossen und alle Flächen verfüllt. Nun geht es aber im Büro und Labor weiter. Die Bohrungen müssen in die Datenbank eingetragen und das Gelände modelliert werden. Gleichzeitig werden die Profile, die wir aus dem Moor gestochen haben, zerschnitten und detailliert analysiert. Aber auch die Funde müssen bearbeitet werden. Alle Scherben werden vorsichtig gereinigt und auf Grundlage der Form und Verzierung bestimmt. Wenn wir alles ausgewertet haben, dann können wir sagen wie alt das Grab ist und wie genau es errichtet, genutzt und verändert wurde. Und auf Grundlage der Ergbnisse der Bohrungen und der Datierungen der Moorschichten können wir beschließen, an welcher Stelle im kommenden Frühjahr die Grabungen weitergehen werden.

Vier Wochen sind um und die Ausgrabungen erst einmal beendet

Unsere erste Ausgrabungskampagne konnten wir letzten Freitag erfolgreich abschließen. Mit viel Muskelkraft und der Hilfe von Bagger und Trecker haben wir die Schnitte wieder verfüllt. Die Untersuchungen haben uns spannende Erkenntnisse geliefert – zum Grabbau und zur Grabnutzung, aber auch hinsichtlich der Erhaltungsbedinungen konnten grundlegende Fragen beantwortet werden. Nun gilt es die Daten und Funde zu sichten, Proben zu sortieren und herauszusuchen für die Datierung. Wir hoffen schon bald tolle Ergebnisse präsentieren zu können. Auf dem Blog informieren wir weiterhin über unsere Arbeitsschritte, Infoveranstaltungen im MoorIZ sind für den Herbst in Planung und werden rechtzeitig über Zeitung und Internet angekündigt. Wir waren erstaunt und dankbar über das große Interesse bei den Grabungen und hoffen weiterhin die Archäologie und unsere Forschungen gut vermitteln zu können.

Das Team 2019.

Verschlossen für die Ewigkeit

Am Großsteingrab graben wir den Eingangsbereich aus, welcher mittig an der Langseite gebaut wurde, um die Konstruktion des Ganges zu untersuchen. Bereits vor zwei Wochenen konnten wir die westlichen Trägersteine des Ganges entdecken, sowie einen verrutschten Deckstein, der vor dem Eingang lag. Die Trägersteine auf der Ostsseite fehlen. Stattdessen fanden wir Steine über Steine, die den gesamten Eingangsbereich ausfüllen. Der Zugang ist somit intentionell verschlossen worden, noch vor der Übermoorung, möglicherweise noch im Neolithikum.

Rechts im Bild sind die großen Trägersteine sowie ein Deckstein des Großsteingrabes erkennbar. Links davor liegt der Eingang mit zwei kleineren Trägersteinen (oben im Bild), verfüllt mit Feldsteinen.