Endlich die ersten spannenden Funde

Heute war es nun soweit, wir konnten die ersten Funde sichern, die auch zeitlich bestimmbar sind. Beim Abtiefen im Bereich der Grabkammer kamen einige Keramikscherben zu Tage, darunter auch das Randstück einer Schale mit Knubbenverzierung. Sowohl die Machart der Keramik als auch die Form und Verzierung sind typisch für das Neolithikum.

Vermutlich mittelneolithische Randscherbe einer Schale mit Knubbenverzierung unterhalb des Gefäßrandes.

Unlängst konnten schon immer mal wieder Bruchstücke von Klingen, Schabwerkzeuge und Abschläge aus Feuerstein entdeckt werden. Dazu viel gebrannter Feuerstein, der aus der umliegenden Steinpackung stammt. Solche Artefakte stellen jedoch ein gängiges Spektrum, angefangen von den früheren Jäger-Sammler-Gesellschaften bis hin zur Frühbronzezeit, dar und erlauben keine kulturelle Zuordnung.

Ein Steinhaufen im Moor gibt Rätsel auf

Im Frühjahr konnte bei geophysikalischen Messungen eine deutliche Anomalie im Bereich der Seestraße von Ahlen-Falkenberg entdeckt werden, bei der wir ein weiteres Großsteingrab vermuteten. Letzten Freitag begannen hier die Ausgrabungen, um zu klären, um was für eine Konstruktion es sich handeln mag. Tatsächlich gaben uns die dabei zu tage tretenden Steine Rätsel auf, da diese viel größer sind, als die der vom Ganggrab freigelegten Steinpackung. Nach viel Schufterei zeigt sich nun ein annähernd kreisrunder Steinhügel mit einem Durchmesser von ca. 4,5 m und einer Höhe von mindestens 50 cm. Nicht nur die Größe der Steine, auch die Tatsache, dass diese einen vollständigen Hügel bilden, deuten darauf hin, dass es sich hier um kein Großsteingrab handelt. Vielmehr lässt sich diese Konstruktion der nachfolgenden Einzelgrabkultur zuzuschreiben. In der kommenden Woche hoffen wir durch weitere Arbeiten das Rätsel lösen zu können.

Der prähistorischen Landschaft auf der Spur

Im Rahmen des Projektes werden nicht nur die Megalithgräber zu Teilen freigelegt und dokumentiert. Seit Beginn der Ausgrabungsarbeiten werden von zwei Teams mit wechselnden Mannschaften, bestehend aus je einem Teamleiter und zwei Studenten, Handbohrungen durchgeführt. Ein drittes Team ist diese Woche dazugestoßen. Die Bohrkerne liefern Informationen über die Schichtabfolge und -stärke des Ahlen-Falkenberger Moores, welche zur Rekonstruktion der jungsteilzeitlichen Oberfläche dienen. Dies ermöglicht einen Einblick in die Entwicklung des Moores und geht zurück bis zu seiner Entstehung – auf die pleistozäne Geest. Die Geest besteht vorwiegend aus sandigen Schichten und unterscheidet sich daher deutlich von den unterschiedlichen Torfen des Moores. Die Bohrungen werden in einem annähernd 100 x 100 m Raster angelegt.

Täglich werden trotz der anhaltenden Hitzewelle dem Moor neue Informationen entlockt, wodurch sich das Netz von Höhenwerten im Untersuchungsgebiet verdichtet.

Verfasst von Pière Frederiks und Bianca Wolf – Masterstudenten der Landschaftarchäologie an der FU und HTW Berlin – Bohrteam Nr. 2

Steine über Steine

Letzte Woche waren die ersten 2 Abträge geschafft und 40 cm Oberfläche am Großsteingrab abgetragen. Die bereits erwähnte Steinpackung ist nun als massives Band rund um die Decksteine erkennbar, außer in den gestörten Bereichen. Im angrenzenden Geoschnitt konnte der Befund bis auf eine Tiefe von 1,2 m ausgegraben werden. Die Steine fußen direkt auf der ehemaligen eiszeitlichen Oberfläche. So einen einzigartigen Befund sieht man selten, da die Steine häufig abgetragen werden, so dass die heute freistehenden Großsteingräber auf den Geestinseln ohne Außenkonstruktion erhalten sind.

Außerdem spannend gestaltet sich die Anzahl der Decksteine: Zwischen den Zwei erhaltenen, konnte ein Dritter entdeckt werden, der in die Grabkammer gerutscht ist. Unmittelbar neben dem gestörten Bereich zeigten sich zudem zwei weitere große Steine, die dort in einer Grube verklappt worden waren. Es ist noch zu klären, ob es sich hier um einen zerbrochenen großen Deckstein, oder zwei kleine Decksteine handelt. Unsere Geologin Martina Karle wird beim nächsten Besuch dieser Frage nachgehen. Auch werden wir Licht ins dunkel bringen können, sobald der Eingangsbereich freigelegt ist. Dieser Aufgabe gehen wir dieser Woche nach sowie das weitere Abtiefen im gestörten Bereich.

Zwei Tage Ausgrabung und bereits spannende Entdeckungen

Gestern starteten die Ausgrabungen am Großsteingrab südlich der Seestraße. Vom Grab waren obertägig bislang nur zwei Decksteine erkennbar, die aus dem Moor schauten. Zwischen den Steinen befindet sich eine Lücke, die einen dritten, fehlenden Deckstein bezeugt. Nun haben wir bereits 20 cm vom Oberboden entfernt und die Steine freigelegt. Dabei konnten zahlreiche kleinere Feldsteine entdeckt werden, welche die Decksteine umschließen. Sie bilden eine Steinpackung, die die Grabkammer wie einen Mantel umgibt und abdichtet.

Westlich der Decksteinreihe zeichnet sich zudem eine Störung ab, die auf einen weiteren entfernten Deckstein hinweist, so dass hier ein Ganggrab mit ehemals vier Decksteinen zu vermuten ist. In den nächsten Tagen soll der Eingangsbereich sowie die topografische Lage des Grabes genauer untersucht werden.