Vergangene Woche hatten wir Besuch vom Team von buten un binnen:

Verfolgen Sie unsere Forschung zur steinzeitlichen Besiedlung im Ahlen-Falkenberger Moor
Vergangene Woche hatten wir Besuch vom Team von buten un binnen:

Morgen startet unsere letzte Grabungswoche, danach ist unsere achtwöchige Kampagne zu Ende. In den letzten Tagen werden wir im Umfeld die letzten Befunde und Profile dokumentieren. In der Grabkammer haben wir das Bodenpflaster freiegelegt – jetzt heißt es dokumentieren und beproben. Ab dem Donnerstag werden wir zusammenpacken und das Grab wieder abdecken. Am Mittwoch, den 27.8. findet entsprechend die letzte Führung statt und damit vorerst die letzte Gelegenheit, das freigelegte Großsteingrab zu besichtigen. Wir freuen uns über viele Interessierte. Die Führung erfolgt im gewohnten Rahmen.

Eine Zusammenstellung des Grabungsverlaufes, Highlights und Überraschungen, Funde und erste Analyserergebnisse werden anschließend als Infoveranstaltung im MoorIZ präsentiert. Der erste Termin dazu findet am 25.09.2025 um 18:00 statt, Einlass ab 17:30 Uhr. Die Veranstaltung ist wie immer kostenfrei.
Unsere Ausgrabung neigt sich langsam dem Ende entgegen, wir sind in der vorletzten Woche angekommen. Deshalb sind wir nun damit beschäftigt die ersten Profile zu dokumentieren. Dafür wurde ein Profilsteg abgetragen, in dem wir – im wahrsten Sinne des Wortes – eine sehr schöne Überraschung fanden: ein weiteres platziertes Gefäß unterhalb der äußeren Steinpackung. Bei dem reich verzierten Gefäß handelt es sich um eine Trichterrandschale. Damit sind es insgesamt nun drei Gefäße, die wir aus diesem Bereich bergen konnten. Eines davon wurde bereits letzte Woche im Block durch unsere Abteilungsleiterin für Restaurierung Christina Peek und ihre Assistentin geborgen. Hierzu wurde das Gefäße mit Frischhaltefolie und anschließend Gipsbinden zur Stabilität eingefasst. Danach konnte es im Ganzen geborgen werden. Nun wird es bereits im Labor am NIhK freigelegt.
Seit die Decksteine abgehoben wurden, waren wir damit beschäftigt die obersten Verfüllschichten abzugraben. Zunächst konnten gut 40 cm Moorschicht ausgehoben werden, darunter folgten überwiegend Steine, Sand sowie Schotter, die einst zur Abdichtung dienten und von der umgebenden Steinpackung stammten, und gut weitere 30-40 cm cm die Kammer ausfüllten. Wir nehmen an, dass das Material beim Anlegen des Drainagegrabens vor gut 100 Jahren in die Grabkammer gefallen ist. Nun haben wir bereits eine Tiefe von fast 1 m erreicht. Um die Sicherheit beim weiteren Abgraben zu gewährleisten, haben wir auf Basis eines statischen Gutachtens die Kammer abstützen lassen. Hierbei hat uns das THW Bremerhaven fachmännisch unterstützt und baute eine Holzkonstruktion ein. Diese ist so konstruiert, dass wir noch genug Raum zum Arbeiten haben. Wir danken dem Team von Christoph Basch herzlichst für das fantastische Engagement! Nun können wir den Kammerboden in den kommenden Tage in Angriff nehmen.




Diese Woche war es endlich soweit – wir haben die Decksteine von der Grabkammer abgenommen. Mit Hilfe eines Baggers konnte Stein um Stein sicher geborgen werden. Die Decksteine liegen nun an der Grabungsfläche mit der Unterseite zuoberst, damit auch diese Seiten ausgiebig fotografiert und für eine 3D-Modellierung erfasst werden konnten. Nun liegt die noch mit Moor gefüllte Grabkammer frei. In den folgenden Tagen wird die Kammer nach und nach freigelegt. Wir hoffen im Laufe der kommenden Woche die ersten Schichten des Bestattungshorizontes zu erreichen, um mit den eDNA-Beprobungen zu beginnen.
Damit wir über Nacht oder am Wochenende keine Überraschungen erleben, wurde diese Woche ein Kameraturm installiert, der die Ausgrabung zu den nicht besetzten Zeiten überwacht.
Wie bereits bekannt, ist das Ganggrab von Wanna, FStNr. 1591 von einer Steinpackung umgeben. Im Laufe der Woche hat sich jedoch gezeigt, dass diese nicht nur aus kompakt gelegten Steinen besteht, wie wir es 2019 am Seegrab feststellen konnten, sondern aus zwei einzelenen Steinpackungen. Dazwischen fanden wir eine etwa 20 cm mächtige Sandlage, die beide Bereiche trennt. Die äußere Konstruktion ist damit deutlich komplexer, als bisher angenommen. Spannend ist, dass die äußere Steinpackung nicht so tief reicht, wie die Innere. In dem darunter liegenden Sand fanden wir zudem an mehreren Stellen Keramikkonzentrationen, die vermutlich zu einzelnen dort platzierten Gefäßen gehören. Somit konnten wir bereits die ersten Deponierungsbereiche um das Grab lokalisieren.


Auch wir hatten in den letzten Tag mit viel Wasser und Regenwetter zu kämpfen. Nachdem sich am Mittwoch über 40 l nachts aus den Wolken ergossen haben, fanden wir unseren Schnitt am nächsten Morgen vollständig unter Wasser gesetzt vor. Somit hieß es zunächst pumpen, pumpen, pumpen, bevor die Ausgrabungen weitergehen konnten. Dank einer Leihgabe der Kreisarchäologie in Bad Bederkesa war es möglich die Arbeiten anschließend unter einem Zelt fortzusetzen. Insgesamt waren wir die letzten Tage sehr eingeschränkt in unseren Arbeitsmöglichkeiten und sind leider nicht so gut vorangekommen wie geplant. Dennoch konnten wir neue spannende Erkenntnisse zum Aufbau der äußeren Grabkonstruktion gewinnen sowie erste Scherbenkonzentrationen erfassen. Mehr dazu wird in den kommenden Tagen berichtet.



Derzeit sind wir dabei, rund um das Großsteingrab die freigelegte Oberfläche abzutiefen, um auf den jungsteinzeitlichen Laufhorizont zu kommen. Wir hoffen Hinweise auf Deponierungsbereiche oder Spuren von Aktivitäten, die sich außerhalb des Grabes ereignet haben könnten, zu finden. Mittlerweile haben wir an mehreren Stellen am Fuße der Steinpackung Keramikscherben gefunden. Anhand der Machart lassen sich die Scherben gut der Jungsteinzeit zuordnen, Verzierungen fehlen aber bislang. Die Scherben sind relativ klein und verrundet, was darauf hindeutet, dass es sich hier um Funde handelt, die in die Oberfläche eingetreten wurden und nicht unbedingt auf Deponierungen schließen lassen. Im Laufe der Woche soll der Abtrag rund um die Hälfte des Grabes abgeschlossen sein. Danach wird die Fläche geputzt, damit Verfärbungen gut erkennbar werden.


Nach zwei Wochen schaufeln, Steine freilegen und putzen steht das Großsteingrab in Ahlen-Falkenberg nach über 3000 Jahren wieder offen in der Landschaft. Dabei wird deutlich, dass das Grab auf einer kleiner Erhebung liegt, die hier vermutlich aufgeschüttet wurde. Insgesamt zeigt sich durch die massive Steinpackung und die herausschauenden Decksteine eine imposante Erscheinung. In der dritten Woche fangen wir nun an, Teile des Grabes abzutragen und auszugraben. Zunächst wird ein Viertel der Steinpackung abgetragen, um den Aufbau dieser Konstruktion zu untersuchen. Dabei konnten wir bereits erste spannende Erkenntnisse gewinnen. So ließ sich rund um einen freigelegten Deckstein eine tonige Schicht feststellen, die mit zahlreichen Schottersteinen durchsetzt ist. Das Material ist zur Abdeckung des Bereiches zwischen Träger- und Decksteinen der Grabkammer aufgetragen worden. Bereits 2020 konnten wir diese Schicht beobachten, jedoch nur kleinflächig. Auch lässt sich nun belegen, dass die Abdichtungsschicht in die grabumgebende Steinpackung intergriert ist, was für einen zeitgleichen Auftrag spricht.

Die ersten anderthalb Wochen unserer acht-wöchigen Grabungskampagne in diesem Jahr sind bereits um und wir haben viel geschafft. Nachdem der Bagger den 10 x 20 m großen Schnitt in weiten Teilen ausgehoben hat, war für den Rest Muskelkraft gefragt. Mit Schaufel wurde der restliche Torf bis zum darunter folgenden Sand, der ehemlaigen Geländeoberfläche, abgetragen. Auch auf der grabumgebenden Steinpackung lag noch reichlich Moorsubstrat aus, das mit Kellen entfernt wurde. Nun liegt das Grab in seiner monumentalen Bauweise wieder frei und kann bei der heutigen Führung besichtigt werden. Gestern konnte der erste Bereich geputzt und dokumentiert werden. Bis zum Ende der Woche sollen die Arbeiten für das erste Planum abgeschlossen sein, um danach mit dem Abtrag der Steinpackung in einem kleinen Bereich fortzufahren.



