Nun ist auch das dritte Projektjahr um und wir blicken auf ein intensives und spannendes Jahr zurück. Im kalten Winter haben wir mit Bohrungen sowie geomagnetsichen Prospektionen angefangen und bei -8°C Sondagegrabungen vorgenommen. Sicherlich wurde dieser Einsatz etwas ungläubisch beäugt, doch es hat sich gelohnt. Wir fanden eine vermutlich bronzezeitliche Wasserstelle, welche im April genauer untersucht wurde. Im Sommer folgte unsere vorerst letzte große Ausgrabungskampagne. Zum einen untersuchten wir einen Siedlungsbereich der Trichterbecherkultur, zum anderen den ominösen Steinhaufen, der sich als Kultplatz der ausgehenden Stein- bzw. frühen Bronzezeit erwies. Mit viel studentischer Kraft und der Unterstützung lokaler Landwirte haben wir hunderte von Steinen bewegt, Schubkarren gefüllt und die Erde nach Funden geschlämmt. Mit viel Erfolg, denn die zu Tage getretenen Steinkonstruktionen sind einzigartig und das Fundmaterial gibt einen sicheren Anhaltpunkt für die Datierung sowie die Art der Aktivitäten.
Parallel liefen die Berechnungen zur prähistorischen Landschaft. Die Rekonstruktion des vor der Vermoorung bestehenden Geländereliefs wurde mit einzelnen Bohrungen verfeinert, das Wachstum des Moores durch zahlreiche Datierungen abgesichert. Auch die Zusammensetzung der Flora vor dem Moor und die Entwicklung im Zuge der Vernässung standen im Fokus. Alles wurde visualisiert in 3D-Modellen.

Auch in diesem Jahr konnten wir bei unseren Arbeiten wieder auf die Unterstützung der Gemeinde, den Landwirten, der Denkmalpflege und den Anwohnern von Ahlen-Falkenberg zählen. Gemeinsam gelang es die (fast) größten Steine zu bergen. Das Highlight war die Eröffnung der Miniausstellung im MoorIZ zu unserem Projekt, in dessen Rahmen wir die Möglichkeit haben unsere Arbeiten vorzustellen. Auch sind wir dankbar, dass wir mit den entsprechenden Hygienemaßnahmen dieses Jahr wieder Führungen anbieten konnten und sind begeistert von dem regen Interesse an der Prähistorie in der Region.
Das kommende Jahr steht im Zeichen der Publikation. Alle zusammengetragene Daten werden sortiert und in Fachzeitschriften vorgelegt. Weiterhin wollen wir die Infoveranstaltungen wieder aufnehmen, um die nun fast vollständigen Ergebnisse abschließend vorstellen zu können.
Wir danken allen Beteiligten für die tatkräftige, geistige und kulinarische Unterstützung, die zum Erfolg dieses Projektjahres beigetragen hat und wünschen erholsame, besinnliche sowie friedliche Feiertage!













